Sensornetze

Zwischen Sinn und Sensoren

„Tack!“– ein ungewöhnliches Geräusch am Straßenrand. Jetzt geht alles blitzschnell. Der Kopf dreht sich zur Seite, den Blick fokussiert auf das Geschehen: Ein Ball springt auf die Straße. Bremsbereit beobachtet der Fahrer den Weg des Balles und gleichzeitig den Bordsteinrand. Folgt dem Ball ein Kind? Wahrnehmungen seiner Sinne (oder technisch ausgedrückt seiner Sensoren) verarbeitet der Mensch innerhalb von Millisekunden: Ortung eines Geräusches, eine „Datenbankabfrage“ im Gehirn, um das Gehörte zuzuordnen und die Fusion der Ergebnisse mit den „Daten“ des zweiten Sensors, den Augen. In der Verarbeitungsgeschwindigkeit und vor allem in der situationsbezogenen Steuerung des komplexen „Sensorsystems“ ist die menschliche Sinneswahrnehmung dem Computer immer noch eindeutig überlegen. Andererseits: Technische Sensoren sehen auch im Dunkeln, durch Objekte hindurch oder an schwer zugänglichen Orten. Sie könnten unsere Sensoren bestens ergänzen und damit buchstäblich zu einem „sechsten Sinn“ werden. Dafür allerdings müssen die Sensorsysteme mindestens so schnell, situationsgerecht und zuverlässig arbeiten, wie ihre menschlichen Vorbilder. Die Forscher am Fraunhofer IITB erreichen dieses Ziel mit Hilfe komplexer mathematischer Verfahren zur Analyse und Fusion von Sensordaten: Ihr „sechster Sinn“ technischer Sensorsysteme assistiert Autofahrern, findet Qualitätsmängel, überwacht Gefahrenstoffe, warnt vor Umweltkatastrophen oder unterstützt Rettungs- und Einsatzkräfte.


© dha

Großbrand auf dem Gelände einer Chemiefabrik. Feuerwehren und Rettungskräfte sind am Einsatzort, um den Brand
zu löschen und vor allem, um eine Katastrophe zu verhindern. Ihre Aufgabe ist gefährlich und die Lage vor Ort schwer
einzuschätzen. Dichte Rauchwolken versperren die Sicht auf den eigentlichen Brandherd. Noch ist unklar, ob
gefährliche Gase oder Chemikalien aus Lecks in Tanks und Leitungen austreten. Trotzdem muss die Einsatzleitung
jetzt entscheiden, auf welchen Wegen sich die Löschtrupps dem Zentrum des Brandes möglichst ohne Gefährdung ihres Lebens nähern können und wie sich ein weiteres Ausbreiten der Flammen verhindern lässt. Um in diesen extrem kritischen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen zu können, entwickeln die Forscher am Fraunhofer IITB derzeit mobile Sensorsysteme, die es ermöglichen, die augenblickliche Lage vor Ort besser zu überblicken und bis ins Detail sicher zu beurteilen. Sie setzen dazu einen kleinen Schwarm unbemannter Minihubschrauber ein, die den Brandort aus der Luft erkunden. Einige dieser Quadrocopter sind beispielsweise mit einer Kamera ausgestattet. Ihre
Aufnahmen werden live an die Einsatzzentrale gesendet und in Echtzeit mit den Geländeplänen des Industrieareals verknüpft. Die Einsatzkräfte sehen also sofort, an welcher Stelle sich das jeweilige Fluggerät gerade befindet und können die Kameraaufnahmen verorten. Andere Quadrocopter sind mit weiteren Sensoren bestückt. Mit Infrarot- oder Radarsystemen etwa. Sie machen es möglich, auch im dichten Rauch versteckte Objekte zu erkennen.



stw



Informationen

Webkey: 40926

« 1234»







Beiträge zum Themengebiet „Sensornetze“

Fehler einfach wegrechnen?

SUCHE / WEBKEY

Innovisions Magazin 34
04/2009
(erschienen Dezember 2009)
Schwerpunkt: Medizin-IT
weitere Specials: E-Learning, E-Business, Sensornetze


UPDATE

Fraunhofer auf der Luftfahrtmesse ILA -Der neue Himmel

Weniger Lärm, weniger Abgase, weniger Müll – die Luftfahrt der Zukunft soll leiser, sauberer und umweltfreundlicher werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen neue Strukturkonzepte ...


INNOVATIONSPREIS-IT 2010 jetzt mit 35 Kategorien

Karlsruhe, 16.12.2009 – Unternehmen, die eine innovative IT-Lösung im Bereich „Qualitätsmanagement“ anbieten, können ab sofort in einer eigenen Kategorie beim INNOVATIONSPREIS-IT 2010 antreten. Mit der ...


alle Meldungen »

AGENDA

03.09.2010 - 08.09.2010

IFA 2010


06.09.2010

Venture Lounge »Internet, IPTV, Mobile & Games«


07.09.2010 - 09.09.2010

5. Future Secutity - International Security Research Conference


alle Events »