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conhIT 2009: Immer mehr medizinische Einrichtungen setzen auf digitales Diktat und Spracherkennung
06. April 2009
Sie produzieren Berge von Bürokratie – so lautet einer der häufigsten Kritikpunkte an modernen Gesundheitssystemen in aller Welt. Doch gegen Bürokratie lässt sich etwas unternehmen: Kliniken, die bei der Erstellung von Dokumenten auf digitales Diktat und Spracherkennung setzen, beschleunigen nicht nur die Erstellung von Arztbriefen und Befunden. Sie entlasten auch die Ärzte, erhöhen die Patientensicherheit und tun etwas für die einrichtungsübergreifende Vernetzung.
Wie das in der Praxis aussieht, davon können sich Besucher des Branchentreffs conhIT 2009 überzeugen, der vom 21. bis 23. April in Berlin stattfindet. Dort geben sich nicht nur die Hersteller von Klinikinformationssystemen, von Praxis-EDV-Systemen, von Lösungen für die digitale Bildgebung und von Controlling-Software ein Stelldichein, sondern auch diverse Unternehmen, die medizinische Einrichtungen mit Lösungen für die digitale Sprachverarbeitung versorgen.
Am Tag der Entlassung ist alles fertig
Digitale Sprachverarbeitung bedeutet für eine medizinische Einrichtung zunächst einmal Prozessoptimierung: Dauerte es in der Vergangenheit oft mehrere Tage, bis ein Arztbrief oder ein Befund tatsächlich zur Verfügung stand, kann das durch IT-Einsatz dramatisch beschleunigt werden. Aktuelle Daten dazu liefert zum Beispiel Javier Quiles del Rio, IT-Leiter des Gesundheitsdienstes in der spanischen Region Galizien. Dort werden derzeit alle 14 öffentlichen Krankenhäuser mit Spracherkennung ausgestattet. Zum Einsatz kommt die Lösung SpeechMagic des Unternehmens Nuance, das in diesem Jahr – nach der Übernahme von Philips Speech Recognition - erstmals bei der conhIT vertreten ist. „In einem Krankenhaus mit 1.200 Betten hat sich durch die Spracherkennung die Zeit bis zur Erstellung eines endgültigen radiologischen Befundes von knapp zwei Tagen auf einen halben Tag reduziert“, so Quiles del Rio.
Auch am Evangelischen Krankenhaus Stift Bethlehem in Ludwigslust hat man die Einführung der digitalen Sprachverarbeitung nicht bereut. Hier kommt seit einiger Zeit die Diktier-Lösung ProDictate der Berliner Brainworks GmbH zum Einsatz, ebenfalls ein Aussteller bei der conhIT 2009. „Unser Ziel war es, die digitale Arztbriefschreibung reibungslos in das klinische Informationssystem zu integrieren, um die zunehmende Zahl von Briefen effektiver, schneller und mit weniger Aufwand zu bewältigen“, betont Klinik-EDV-Leiter Volker Brunck. Das gewünschte Ziel wurde erreicht: „Alles klappte reibungslos“, so Brunck.
Mobil diktieren? Aber sicher!
Wer seine Klinik mit digitaler Sprachverarbeitung modernisieren will, sollte gut planen, um die nötige Integration ins Klinikinformationssystem und die Übergangsphase von der alten in die neue Welt ohne Probleme zu bewältigen. Hilfe dabei kommt auch von den Herstellern. So bietet das Unternehmen 4voice, ein weiterer Anbieter, seit Neuestem Workshops an, in denen medizinische Einrichtungen in Sachen digitaler Sprachverarbeitung beraten werden. Die Basis bildet eine gründliche Prozessanalyse, denn nur wer seine Prozesse kennt, kann sie auch sinnvoll optimieren.
Immer häufiger äußern Kliniken und Praxen auch den Wunsch nach mobilen Lösungen für digitales Diktat oder Spracherkennung. Hier stellt sich zusätzlich das Problem der Sicherheit, wenn Daten über Funknetze wie WLAN, UMTS oder GPRS übertragen werden. Mit der Lösung ProMobile schafft das Unternehmen Brainworks Abhilfe: Die Software macht aus dem BlackBlerry ein mobiles Diktiergerät und sorgt gleichzeitig für den verschlüsselten Versand der Sprachdaten an das jeweilige Informationssystem. Auch das Unternehmen Support & Service hSp hat eine mobile Diktierlösung im Angebot. Im Rahmen seiner Lösung MARIS mobile Suite verknüpft das Unternehmen das digitale Diktat mit dem direkten Zugriff auf klinische Informationssysteme via PDA oder Tablet-PC. Ein weiterer Spezialist für mobile und nicht mobile digitale Diktierlösungen ist das Unternehmen Grundig Business Systems, das ebenfalls bei der conhIT 2009 ausstellt.
Steigbügelhalter für elektronische Patientenakten
Die digitale Sprachverarbeitung und insbesondere die Spracherkennung können auch dazu beitragen, Kliniken den Umstieg von der Papierdokumentation auf elektronische Patientenakten zu erleichtern. „Im Zusammenhang mit elektronischen Patientenakten ist Spracherkennung für mich ein strategisches Werkzeug. Spracherkennung hilft uns dabei, die Digitalisierung umzusetzen, weil es ein schnelles und einfaches Verfahren ist, elektronische Dokumente zu erstellen“, betont Quiles del Rio. Auch hier hat er Zahlen aus Spanien parat: In radiologischen Abteilungen mit Spracherkennung liegt die Quote der Befunde, die elektronisch verfügbar gemacht werden, bei mehr als 90 Prozent. Einrichtungen ohne Spracherkennung kommen nur auf die Hälfte.http://www.conhit.de
Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
VHitG - Verband der Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen e.V.
Alexandra Gersing
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Neustädtische Kirchstr. 6
10117 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 310 119-13
Fax: +49 (0) 30 310 119-99
alexandra.gersing@vhitg.de
Messe Berlin
Wolfgang Wagner
Pressereferent
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